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M.H.Allafi, 1952 geboren in Iran, lebt seit 1978 in Deutschland, wo er 1989 sein Studium im Fach Gesellschaftswissenschaften der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main mit dem Titel Doktor der Philosophie abgeschlossen hat. Von 1991 bis 2005 war er Lehrbeauftragter an der Johann Wolfgang Goethe-Universität. Er lebt in Frankfurt am Main, wo er sich neben seiner Tätigkeit als Wissenschaftler und Autor auch als Übersetzer und Herausgeber zahlreicher Werke moderner iranischer Autoren und Autorinnen einen Namen gemacht hat, z.B. durch die Anthologien "Das kleine Geschenk" (1994), "Ein Bild zum Andenken" (1997), "Östliche Brise" (1998) und "Mina mit dem blauen Kleid. Moderne Erzählungen iranischer Frauen" (1999). Darüber hinaus machte er mit seinen Übersetzungen erstmals in Deutschland einige Werke der wichtigsten iranischen Romanciers bekannt wie Simin Daneshwar, mit ihrem Roman "Drama der Trauer", Ahmad Mahmud mit dem Roman "Die Rückkehr", sowie die Erzählungen der iranischen Schriftstellerin Moniro Ravanipur "Die Steine des Satans".

Neujahrsgruß 2009

Das geht mich nichts an
insofern Gott sei Dank

Ist der Millionär, der Milliardär,
ich meine, einer, der viel Geld hat,
glücklich?
Ist bei ihm alles in Ordnung?
Sorglos ist der Kerl?
Hat er eine gute Freundin?
Liebt sie ihn wirklich nicht des Geldes wegen?
Freut er sich über das Mahl,
das er zu sich nimmt?
Wenn er neben seiner Freundin liegt,
denkt er wirklich an sie?
Fühlen sich beide richtig?
Die Liste solcher Fragen
kann lang sein wie das ganze Leben!
Meine Antwort ist knapp:
Ich weiß es nicht!
Ich weiß aber, dass ich
glücklich
bin!!
Ich habe eine kleine Wohnung
zwei Nachbarn über mir
einen Nachbarn unter mir
vier Nachbarn neben mir
alles nette Leute.
So wie ich es jedenfalls empfinde.
Wir grüßen uns im Treppenhaus,
gelegentlich beim Discounter
zufällig im Bus
oder an der Kreuzung,
wenn die Ampel gerade rot zeigt.
Wir halten die Tür füreinander auf
wenn wir gerade vor der Haustür aufeinander treffen.
Meine Freundin liebt mich
ohne an mein Geld zu denken,
wovon ich nicht viel habe.
Sie hat sogar ein bisschen mehr als ich.
Ich denke auch nicht an ihr Geld!
Wenn wir nebeneinander liegen,
fühlen wir uns ganz, spüren die Liebe,
Wärme und Geborgenheit
Arm in Arm
Atmen in Atmen.
Was wir haben, genügt uns völlig,
ein gemeinsames Mahl
eine gemütliche Zweisamkeit
ein nettes Gespräch.
Wir freuen uns über das, was wir haben
dabei denken wir nie
an Dinge
die wir nicht haben können oder wollen
so bleibt uns der Ärger fern.
Wir lassen uns nicht vorschreiben,
was wir „brauchen“
wir entscheiden selbst über unser Leben,
vor allem dessen Inhalt.
Ich denke
wir sind freie Menschen
frei von Sorgen
über große Vermögen
Teilhabe an Firmen
an Banken
und dem Fehlmanagement dort
Missmanagement hier
Betrug der Politiker
der geschmierten Juristen.
Diese Personen interessieren mich nicht
geschweige denn auf sie neidisch zu sein.
Denn ich weiß:
Meine Freundin liebt mich
das Mahl schmeckt mir
das Gläschen Wein auch
wenn schon die Flasche nur 3,99 Euro kostete, nicht 250 Euro.
Ich schlafe tief
jeden Morgen danke ich,
dass ich gesund lebe
jeden Morgen merke ich,
dass diese Leute mich nicht anstecken können.
Sie können mir nicht vorschreiben,
dass ich ein neues Auto kaufen muss
dass ich mich verschulden muss
dass ich reisen muss
dass ich diese oder jene blödsinnigen Dinge kaufen muss,
dass ich mich so oder so verhalten muss,
kurz und knapp
dass ich mich eigenhändig versklaven muss.
Nein, ich bin ein freier Mensch
ich habe ein gesundes Mahl
ein warmes Bett
ein ruhiges Gewissen.
Weder muss ich lügen noch muss ich betrügen
ich bin glücklich.
Ich weiß immer noch nicht
ob der Millionär, der Milliardär,
ich meine, einer, der viel Geld hat,
glücklich ist.
Das geht mich nichts an
insofern Gott sei Dank.

M.H. Allafi
21.12.2008

 

Ein zweiter Neujahrsgruß

Also hüte dich

Ich sitze in meiner Kammer
Schaue auf einen Hammer
Langgelegt neben ihm
liegen vier Nägel
Müde wirken sie auf mich
Nächtelang haben sie nicht geschlafen
Tagelang haben sie ausgeharrt
Jahrelang haben sie überlebt
Sie sind gar nicht krümmer
Haben kein bisschen Rost an sich
glänzen sogar für sich
Die Nägel, der Hammer
und ich
Zwar etwas nachdenklich
schauen wir auf das Bild
das unbekümmert da liegt
So flüstert jeder für sich
Anbringen müsste man das Bild
Der Hammer kann sich nicht bewegen
Die Nägel sind auch lahm gelegt
Doch ich merke
alle flüstern auf mich ein
Einschließlich ich
Das Bild erleuchtet

Es heißt:
Ein frohes Fest
Ein gutes Jahr
Etwas Gerechtigkeit
Viel Menschlichkeit
Krieg macht alles kaputt
Hass verbittert
Neid macht unglücklich
Gier ist unendlich
Also hüte dich

M.H. Allafi

20.12.2007

 

Ein Neujahrsgruß an die Freunde

Wer nicht hofft, der hat längst verloren!

Ich hoffe

das nächste Jahr wird ein gutes Jahr

für Erwerbslose

für Wohnungslose

für Brotlose

für Friedenslose

und

ich hoffe

dass sie in etwa zurückbekommen

was sie losgeworden sind.

 

Ich hoffe

das nächste Jahr wird ein gutes Jahr

für Gefühllose

für Verantwortungslose

für Maßlose

für Ruchlose

und

ich hoffe

dass sie in etwa zurückbekommen

was sie losgeworden sind.

 

Ich hoffe

das nächste Jahr wird ein gutes Jahr

für Horizontlose

für Ideenlose

für Mutlose

für Visionslose

und

ich hoffe

dass sie in etwa zurückbekommen

was sie losgeworden sind.

 

Ich hoffe und hoffe und hoffe

unendlich hoffe ich

dass der Mensch endlich frei und verantwortungsbewusst wird

und sich immer vor Augen hält

dass die eigene Freiheit an die Freiheit der anderen grenzt.

 

Ich hoffe all dies

wie bereits gesagt

unendlich hoffe ich

vielleicht wie viele andere

denn

wer nicht hofft, der hat längst verloren!

 

M.H.Allafi

Dezember 2006

 

 

Das Schockierende an der so genannten Grass-Debatte ist aus meiner Sicht, dass man in ihrem Verlauf immer wieder mit den Spuren von Lüge, Neid, Leid und Selbstmitleid, einer medialen Vermarktungsstrategie wie auch der Sinnentleerung der intellektuellen Diskussion, ja, mit der wachsenden der Armut des kritischen Bewusstseins konfrontiert wird. Welche Relevanz hat Grass’ spätes Eingeständnis wirklich? Gleich, ob Sie von dieser Debatte angesteckt sind oder nicht – sofern die heutigen Belange der Menschen im Weltmaßstab für Sie von Bedeutung sind, schauen auf das nachfolgende Gedicht, wenn Sie mögen.

 

M.H.Allafi

Frankfurt/Main

  

Lassen wir neues Gras über Grass wachsen

 

Nehmen wir an Grass wäre Gras

Wozu brauche ich Gras

Wenn ich in der Wüste lebe

Wo die anderen wild grassieren

Wo die Bomben fallen

Wo zerschmettert wird

 

Nehmen wir an  Grass wäre Gras

Wozu brauche ich Gras

Wenn die frische Luft fehlt

Wo das Wasser trüb ist

Wo die müden Bäume nicht rauschen

Wo man die Vögel nicht zwitschern  lässt

 

Nehmen wir an Grass wäre Gras

Wozu brauche ich Gras

Wenn ich stets Angst habe

Wo ein Mensch daneben steht

Wo er sich in die Luft bombt

Wo Blut in Unmengen Gras überschwemmt

 

Nehmen wir an Grass wäre Gras

Wozu brauche ich Gras

Wenn ich keinen festen Boden unter den Füßen habe

Wo ich heute das eine bin, morgens das andere

Wo ich barfuß im Regen stehe

Wo die klirrende Kälte sich unverschämt durch meine Zellen zieht

 

Nehmen wir an Grass wäre Gras

Wozu brauche ich Gras

Wenn der Tsunami wütet

Wo Grass und Gras durcheinander gewirbelt werden

Wo die Arche Noah eine Rettung gewesen wäre

Wo Hilferufe in den Himmel drängen 

 

Nehmen wir an Grass wäre Gras

Wozu brauche ich Gras

Wenn ich  hinschaue

Wo mein Blick auch hin reicht

Wo ich auch hin gehe

Wo ich auch stehe, das Gras ist verwelkt

 

Kommt

Lassen wir neues Gras über Grass wachsen

Uns für eine gute Zukunft

Durch Weltoffenheit wappnen

Denn es könnte zu spät sein

Wenn wir mit Grass oder Gras  

Zu lange Zeit verschnaufen

Die Gefahr besteht wirklich

Dass uns die Ajatollahs irgendwann taufen

 

August 2006

 
Mit freundlichen Grüßen aus den Lehmhäusern

Lass uns gemeinsam gehen
Wohin auch immer
Ach Mensch, der Mensch lebt nur ein Mal 
Ein kurzes Mal
Lass uns für Frieden sein
Und zwar überall!
Das Leben hat Höhen und Tiefen
Lass uns auf die Höhe steigen,
genau dort laut schreien 
Das Leben ist kurz, Mensch,
lass dich nicht hetzen von den Gehetzten, 
den Aufgeblasenen, den Irrtümern der Zeit
Die Verlorenen, die alles verlieren lassen,
sie stiften Kriege an
Auf Kosten der Menschen, die sie entmenschen
Sowohl die Tötenden wie die Getöteten, die Überlebenden
Genauso wie Sieger und Besiegte 
Der flüchtige Moment wird dadurch zum grässlichen…
Gleich, ob man in den Krieg zieht oder ihm fernbleibt
Lass uns, Mensch, für Frieden sein
Lass uns zum Menschen werden
Zumindest annähernd 
Ich meine, dem Wesen des Menschen näher kommen!
Lass uns verzichten auf die Dinge,
die wir nicht brauchen
Somit leichtfüßig durch das Leben ziehen
Ich gebe meine ab, wenn sie auch nicht viel wert sind
Gib du auch deine ab, Mensch!
Komm, verabschieden wir uns von dieser Zivilisation,
welche Barbarei auf dem Gewissen hat!
Ich rede nicht von Persern, Römern und Griechen,
auch nicht von Pharaonen,
Ich rede von uns, von unserer Zeit
Auch von diesen sauberen Männern mit Kragen und Manschetten
Von den Damen 
Kostümiert, parfümiert, ganz elegant
Du würdest mich fragen
Sind sie etwa blutrünstig? 
Ich würde antworten:
Keine Ahnung, Mensch! 
Vielleicht sage ich, ach Mensch,
es ist eine schlechte Zeit  
In der für ein paar Barrel Öl Kinder getötet werden
Meine Mutter weint,
deine bestimmt auch!
Sie haben uns verloren
Wir haben sie verloren
Die Diktatur wird mit Gewalt eingesetzt, mit Gewalt vertrieben,
derselben Gewalt durch die gleichen Herren
komisches Spiel, entsetzliche Regeln,
nach denen Leute wie du und ich umkommen! 
Wir werden geschmort, zerfetzt und zerbombt
So viel Energie, das ist mehr als das Öl
Mensch, sie jammern in Nächten wie in die Tage hinein
Sie seien knapp bei Kasse,
ihre Autos führen nicht, wie Züge und Schiffe 
Flugzeuge düsten nicht mehr sowie die Raketen…
Wie schön wäre es, Mensch, wenn das alles stimmte
Komm verzichten wir auf Alles
Damit wir ohne Last und sauber durch das Leben ziehen
Wir werden schneller sein als diese Herren
In meiner Petroleumlampe sind noch ein paar Tropfen Öl 
In meinem alten Kocher finden wir auch welches
Die Nachbarn würden auch welches bringen
Wir gießen es zusammen in einen Kanister,
verpackt und verschnürt schicken wir ihn nach Washington 
Dort ist nämlich die Kälte ausgebrochen, es ist eiskalt
Die Menschen und die Menschheit, allesamt erfrieren 
Unsere Kleider sind zerschlissen 
Sonst hätten wir sie mitgeschickt 
Komm, Mensch, unternehmen wir etwas!
Vielleicht hören sie auf, das kurze Leben noch kürzer zu machen
Ich hab noch ein paar Groschen 
Du hast bestimmt auch welche
Wir sammeln einiges in den Straßen, von den Nachbarn
Hoffentlich haben sie welches
Wir gehen einfach betteln 
Legen wir zusammen und schicken es den Reichen
In ihrem Weißen Haus
Schreiben wir darunter
Mit freundlichen Grüßen aus den Lehmhäusern

März 2003
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Andere über ihn:

"Der iranische Schriftsteller läßt seine Erzählfigur durch Frankfurt irren wie durch ein unbekanntes Labyrinth. Das ist mal komisch, mal rührend und oft auf eine herbe Weise poetisch. Allafis ironischer und sensibler Blick verwischt die Unterschiede zwischen Deutschland und Iran. Beide Länder vermitteln ihm offenbar nicht die einlullende Geborgenheit, die sich bei einer zu vertrauten Umgebung einstellen kann. Und bei dem einsamen Streuner in Frankfurt führt der Blick auf den Main zu der abgeklärten Einsicht, daß der Gegensatz zwischen Orient und Okzident manchmal aufgehoben wird..." (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

"Allafi schildert in seiner Erzählung eine verwirrende Dreieckbeziehung. Die Unterschiede zwischen den Figuren, die aus dem Iran und der Bundesrepublik stammen, verwischen dabei zunächst bis zur Unkenntlichkeit, kommen dann unerwartet wieder zum Vorschein." (Allgemeine Zeitung - Alzeyer Anzeiger)

"Alle Erzählungen verbindet eine Frage: Welche sozialen Konflikte begleiten die Modernisierung im Iran? Jäh aus der wohligen Traditionsverbundenheit gestoßen, gehen dort zahlreiche Familien nach heftigen Streit entzwei, schier unvereinbar erscheinen die Weltbilder der Generationen...." (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

"Es geht nicht so sehr um die eigentliche Nationalität der Figuren im Stück, sondern vielmehr um ein bestimmtes Bild vom Orient und die Entwicklung der Veränderungen, betont Allafi, der seit 18 Jahren in Deutschland lebt." (Frankfurter Rundschau)

"Was den einzelnen für sein Leben zeichnet - Allafi erzählt es völlig unspektakulär, nahezu tonlos, jedoch bei weitem nicht unbeteiligt und schon gar nicht kalt. Es ist die Distanz eines Kenners, der die Schäbigkeit und das Leid der ärmlichen Dasein aus der Gewöhnung erinnert. Allafis Natur - und Stadtbeschreibungen sind beeindruckend und von Sympathie getragen; überhaupt weiß der Autor mit atmosphärischen Eindrücken umzugehen." (Raimund Wördemann, Deutsch Welle)

"Daß die Welt klein geworden ist, ist nur die halbe Wahrheit, die wir gerne für die ganze halten. Etwas von dem wiederzugeben, was nicht per Knopfdruck zu haben ist, hat sich der Soziologe, der seit 1978 in Deutschland lebt und in deutscher Sprache schreibt, für seinen ersten Roman vorgenommen ..." (FAZ Sonntagszeitung)

"Einem Iran-Bild, das sich aus Sensationsnachrichten und Büchern wie Betty Mahmoodys `Nicht ohne meine Tochter` zusammensetzt, hält er (Allafi) die unspektakuläre, präzise Beschreibung alltäglicher Sorgen und Nöte einfacher Leute aus jener Region entgegen..." (Schwäbisches Tagblatt)

Seine Romane und Erzählungen:

Die letzte Nacht mit Gabriela. Roman

Die Nächte am Main. Roman

Verloren. Erzählung

Die Nähmaschine. Erzählung

Es schneit im Zagros-Gebirge. Roman

M.H.Allafi
Leyla
Auf der Suche nach Freiheit

Der andere Orient 21
357 Seiten, 18,00 Euro
ISBN 978-3-930761-40-1

Die selbstbewusste Iranerin Leyla will nichts mehr mit der legendären orientalischen Leyla und ihrer unerfüllten Liebe zu tun haben. Sie will sie selbst sein, nicht mehr und nicht weniger. Die Freiheit, die ihr dazu fehlt, nimmt sich die junge Frau einfach. Sie verliebt sich in Kaiwan, den aufgeschlossenen Arzt mit Herz und Verstand. Er erwidert ihre Liebe aus ganzem Herzen. Doch ausgerechnet als die beiden entgegen jeder Konvention und ungeachtet der Zeigefinger der islamischen Moralprediger eine wunderbare Nacht miteinander verbracht haben, erhält Kaiwan einen schicksalsschweren Anruf. Er muss Teheran sofort verlassen. Als er zurückkommt, ist keine Spur mehr von Leyla zu finden. Schließlich meldet sie sich eines Tages doch wieder, aber sie ist völlig niedergeschlagen und wie ausgewechselt. Verzweifelt bittet sie ihn, ihre Jungfräulichkeit wieder herzustellen, denn sie wird von ihren Eltern zu einer ungewollten Heirat gezwungen.

Kaiwan kann das alles nicht fassen, aber Leyla verspricht ihm, sich eines Tages an diesen Männern zu rächen. So bleibt er zwischen seiner Liebe zu ihr und seiner Hilflosigkeit hin und her gerissen. Leyla aber scheint ihm für immer verloren und er versinkt in eine tiefe Trauer um seine verlorene Liebe. Bis ihm eines Tages einleuchtet, dass er von lauter Leylas umgeben ist. Es sind die modernen Leylas, die sich wie seine geliebte Leyla nicht mehr unterdrücken lassen, sondern die wie freie Menschen ihr Leben in die eigene Hand nehmen. Die Freiheit für die Leylas wird zur Schicksalsfrage für ihn und seine Freunde.

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Diese Nacht ist so lang wie ein Leben ...

"...sieht der Autor die Menschen eingeklemmt zwischen einer öffentlich propagierten Moral, ihrer Armut und ihrem Konsumanspruch..." (Frankfurter Rundschau)

"In diesem Roman begegnen die LeserInnen vielen sehr unterschiedlichen und interessanten Persönlichkeiten." (Listen)

M.H. Allafi
Die letzte Nacht mit Gabriela

304 Seiten, gebundene Ausgabe
21,50 Euro

ISBN 978-3-930761-19-7

Der Journalist Hans ist aus der Beziehung zu der Lehrerin Gabriela ausgebrochen und versucht nun, dem Sinn des Lebens in der islamischen Mystik auf die Spur zu kommen. Während er sich nach innen wendet, schlägt Gabriela sich nun allein durch das Großstadtleben. Ruhelos und immer auf Achse schließt sie sich der Single-Gemeinschaft an, in der jede und jeder auf seine Weise den Sprung in ein neues Leben sucht.
Nach einer gescheiterten Beziehung zu der Mystikerin Victoria, die Deutschland auf der Suche nach der Vollkommenheit verläßt, besucht Hans zusammen mit seiner neuen Partnerin Mariam deren Heimatland Iran. Noch immer fasziniert von der Geisteswelt der Mystiker glaubt er auf den Spuren der Sufis zu wandeln. Doch die Reise endet für ihn mit einer herben Enttäuschung und für Mariam mit einer familiären Katastrophe.
Die in gebrochenem Englisch mühsam formulierten Sätze eines seiner Gastgeber in Iran klingen seit seiner überstürzten Flucht immer wieder in Hans‘ Ohren: „You have seen that Iran is not good. You have not had a good time in Iran, did you? You have not spent good holidays in Iran, you have not visited the good people from Iran, there is nobody. I am sorry, but this is the truth. The Iranian people have had a grand culture, one of the old civilisations of the universe arose here on this damned ground. And what have we now? Nothing and nothing!"
Schließlich steht Hans noch einmal vor Gabrielas Wohnungstür. Im Laufe einer langen Nacht, so lang wie ein Leben, erzählt Hans von seiner Suche nach gelassenen, lebensfrohen Menschen in anderen Teilen der Erde, die trotz all seiner Bemühungen erfolglos blieb. "Wo ich war, sah ich Menschen, die genauso wie hier bis zum Hals im Sumpf der Realität, von mir aus des realen Lebens, ja, in ihrem realen Sumpf steckten", berichtet er voller Resignation.

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M.H. Allafi

Die Nächte am Main
Roman

240 Seiten, Engl. Broschur
15,25 Euro. ISBN 978-3-930761-10-4

Hassan ist Hans, Hans ist Hassan, und beide lieben Gabriela. Es beginnt wie eine ganz normale Dreiecksgeschichte. Hassan sucht in Gabriela seine Freiheit, und sie erlebt in der Beziehung zu Hassan noch einmal eine verloren geglaubte Romantik. Als Gabriela ihn zum Abendessen nach Hause einlädt, stellt sich heraus, dass Hassan und Hans sich durch einen Zwischenfall auf dem Frankfurter Arbeitsamt bereits begegnet sind. Das ist der Anfang eines Lebens voller Fragen für Hans. Er, der Journalist, Hassan, zunächst Student, und Gabriela, die Lehrerin, führen eine aufregende Diskussion über die Geistlosigkeit der Zeit. Alle drei suchen einen Sinn in einem anderen Leben, das sich von dem allgemeinen unterscheidet. Doch als sie mit Hassan den Jahrestag seines achtzehnjährigen Aufenthalts in Deutschland feiern wollen, kommt es zum Eklat.

"Der iranische Schriftsteller läßt seine Erzählfigur durch Frankfurt irren wie durch ein unbekanntes Labyrinth. Das ist mal komisch, mal rührend und oft auf eine herbe Weise poetisch. Allafis ironischer und sensibler Blick verwischt die Unterschiede zwischen Deutschland und Iran. Beide Länder vermitteln ihm offenbar nicht die einlullende Geborgenheit, die sich bei einer zu vertrauten Umgebung einstellen kann. Und bei dem einsamen Streuner in Frankfurt führt der Blick auf den Main zu der abgeklärten Einsicht, daß der Gegensatz zwischen Orient und Okzident manchmal aufgehoben wird..." (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

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M.H. Allafi

Verloren
Erzählung

131 Seiten, gebundene Ausgabe
13,70 Euro. ISBN 978-3-930761-02-9

Die junge Kurdin Nassrin flieht Anfang der 80er Jahre vor politischer Verfolgung in das revolutionäre Teheran. Nur halbherzig integriert sie sich in die extrem patriarchalischen Verhältnisse, die sie dort vorfindet.

"Was in den Augenblickssensationen von Krieg, Terror und Morddrohungen untergeht... - diese von den Medien freigelassene Leerstelle füllt Allafi aus." (Frankfurter Rundschau)

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M.H. Allafi

Die Nähmaschine
Erzählung

80 Seiten, 6,10 Euro
ISBN 978-3-930761-00-5

Schneidermeister Rahman aus der kurdischen Stadt Kermaschan ist stolz, dass die technischen Errungenschaften auch in seiner Werkstatt Einzug gehalten haben. Doch ihre Tücken werden ihm zum Verhängnis. Die Erzählung gibt Einblick in das gewandelte Leben der Menschen in Iran und das spannungsvolle Wechselspiel zwischen Tradition und Moderne.

"In einer schäbigen Schneiderwerkstatt... bündelt Allafi seine Eindrücke vom technischen Fortschritt ..." (Frankfurter Allgemeine)

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Auch von M.H. Allafi:

Es schneit im Zagros-Gebirge
Ein Leben in Kurdistan. Roman
166 Seiten, 10,00 Euro

Inhalt:
In den fünfziger Jahren hat der technische Fortschritt auch in Iran Einzug gehalten. Trotz des gesellschaftlichen Umbruchs hat der reiche Großgrundbesitzer seine Macht noch nicht vollständig verloren. Erbarmungslos treibt er die hohe Pacht für seine Felder ein. Ein langer, strenger Winter bedeutet da für die Menschen im Städtchen Kerend eine Katastrophe. Als die Vorräte zur Neige gehen und der Hunger ins Haus steht, brechen Ali und seine Freunde auf, um im Gebirge Holzkohle zu gewinnen. Doch sie haben nicht mit dem großen Schnee gerechnet. Das Ereignis lässt Alis Sohn Akbar sein Leben lang nicht mehr los.

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Die Geschichte der modernen iranischen Literatur

Ein Fenster zur Freiheit
100 Jahre moderne iranische Literatur -
drei Autorengenerationen

Der andere Orient 13
236 Seiten, 24,60 Euro
ISBN 978-3-930761-23-4

"Eine Ära geht zu Ende, es ist die Ära der alten Café-Erzähler, die von Teehaus zu Teehaus über das ganze Land die traditionellen Erzählungen wie jene aus tausendundeiner Nacht, die historischen Legenden wie die Geschichte von Hossein dem Kurden, Ssamad dem Klugen, die epischen Gesänge ... es ist die Ära der Großmütter, die von Generation zu Generation den Kindern mit spannenden Märchen und Fabeln traditionelle Weisheiten vermittelten, und es ist schließlich auch die Ära der gemütlichen Winterabende, an denen man einander Besuche abstattete, beisammen saß und der Erzähler mit der Autorität seines Alters den um den wärmenden Ofen Versammelten auswendig Geschichten und Legenden vortrug ..."
Die moderne iranische Literatur ist mit der Geschichte der politischen Kämpfe für Freiheit und Menschenrechte verflochten und zugleich ist sie ein Versuch, die europäische moderne Literatur zu übernehmen. Modernisierung der Prosa und Poesie, die Entstehung des Dramas und der Romane sind wichtige Bestanteile dieses Unterfangens.

Der Autor schildert die hundertjährige Literaturgeschichte in drei Generationen anhand anschaulicher Beispiele. Aus kritischer Perspektive beschreibt er einen langen Weg mit seinen Höhen und Tiefen. So verschafft der Band nicht nur speziell Interessierten einen tiefen Einblick in die moderne iranische Literatur bis heute, sondern er ist auch für Leserinnen und Leser, die sich zum ersten Mal sich mit dem Thema befassen, gut verständlich und nachvollziehbar. Darüber hinaus ist er ein fundiertes Handbuch für Journalisten, Kulturschaffende, Verlage und Stiftungen, die sich mit der iranischen Literatur, ihren Autorinnen und Autoren vertraut machen möchten.

Drei Autorengenerationen haben die iranische Literatur der letzten 100 Jahre geprägt. Den Repressionen eines autoritären Staates zum Trotz, der viele von ihnen jahrelang hinter Gitter brachte oder zur Emigration zwang, zeugen ihre Arbeiten von einem Streben nach individueller Freiheit und Emanzipation, das nicht zu brechen ist. Besonders die jüngere Autorinnengeneration erhebt Ansprüche auf ein Leben ohne Leiden und Zwang.

Der Autor, der jahrelange Erfahrung mit der Vermittlung iranischer Literatur hat, gibt einen Überblick über die aktuelle iranische Literatur und die der vergangenen 100 Jahre, die über die höfische Dichtung hinausgewachsen das Streben nach Freiheit ausdrückt und so ein Spiegel der Verhältnisse ihrer Zeit ist. M.H. Allafi lädt ein, die wichtigsten iranischen Autorinnen und Autoren der Gegenwart kennen zu lernen, deren Leben und Werk er vor dem Hintergrund der sozialen Umwälzungen und der gesellschaftlichen Auseinandersetzungen anschaulich macht.

Mit Textauszügen von:                                                                        
Sadeq Hedayat, Ahmad Schamlu, Simin Daneshwar,
Ahmad Mahmud, Huschang Golschiri, Reza Joulai,
Esmail Fassih,  M.R. Shafi Kadkani und anderen

Übersetzt von:
Sabine Allafi, Claudia Stodte, Mohammad Jalali, Parviz Sadighi
und M.H. Allafi

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© Glaré Verlag
Zuletzt geändert: 01/09/10

 


Neuerscheinungen 2010:

Agapi Mkrtchian
An jenem
weißen Abend

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Abdul A. Al Abood
Irak - Erinnerungen eines Ministers

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Neuerscheinungen 2009:

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Der Geier
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Manouchehr
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Gottes gute Engel

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Afrika & Wissenschaft: Diaspora und Staatsbildungs-prozess in Afrika
Zeitschrift

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Und das war
 2006:

2. Auflage:


Kaouther Tabai
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Samvel Ovasapian Onkel Aschot
Ein Armenier erzählt

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M.H. Allafi
Leyla - Auf der
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