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M.H. Allafi, Schriftsteller, Übersetzer und Verleger, ist 1952 in der kleinen alten Stadt Kerend am Fuße des Zagros-Gebirges in Kurdistan/Iran geboren. Er wuchs zweisprachig – kurdisch und persisch – auf und besuchte die Schule des Ortes bis zur Mittelstufe. 1968 zog er in die benachbarte Großstadt Kermanschah, wo er das Gymnasium besuchte und 1971 sein Abitur machte. Von 1971 bis 1972 musste er seinen Militärdienst bei der kaiserlichen Gendarmerie ableisten, zunächst für sechs Monate in der kurdischen Stadt Sanandadsch, anschließend zwei Monate in der Hafenstadt Buschehr und dann auf der Insel Kharg im Persischen Golf.

Von 1973 bis 1978 lebte Allafi in Teheran, wo eine Ausbildung im Bereich Maschinenbau der Teheraner Raffinerie absolvierte. Nach der Beendung seiner Ausbildung arbeitete er genau zwei Wochen lang in Isfahaner Raffinerie. Dann machte er seinen Plan für ein Studium im Ausland wahr und reiste nach Deutschland, wo er sich von Beginn an politisch und sozial in der links-alternativen Szene engagierte. Aufgrund dieses Engagements entschied er sich, nachdem er zunächst die deutsche Sprache erlernt und das Studienkolleg in Mainz beendet hatte, für das Studium der Soziologie, Pädagogik und Sozialpsychologie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main, wo er auch seine Frau Sabine kennenlernte. In seiner Diplomarbeit (1985) befasste er sich mit der Lebensplanung Jugendlicher in Deutschland. Doch da ihn sein erstes Heimatland faszinierte, machte er den Industrialisierungsprozess in Iran zum Thema seiner Promotion. Mit Bezugnahme auf die französische Regulationstheorie verfasst er eine umfassende Arbeit über Iran im modernen Zeitalter, erwarb damit 1989 den Titel Doktor der Philosophie und schloss so sein Studium der Gesellschaftswissenschaften an der Universität in Frankfurt am Main ab. In den nun folgenden Jahren 1989 bis 1991 war er zwischen Iran und Deutschland hin und her gerissen. Die islamische Revolution in Iran und das Aufkommen des Islam als politische Ideologie führten ihn zu einer intensiven Auseinandersetzung mit dem politischen Islam, als dessen Ergebnis schließlich das Buch „Islam, Gesellschaft und europäische Moderne“ (2002; ISBN 9783-930761-27-2) entstand.

Von 1991 bis 2005 lehrte Allafi Soziologie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Sein zwischenzeitlicher Versuch als Professor für Soziologie in Iran zu lehren scheiterte wegen kultureller Unstimmigkeiten mit seinem Umfeld. Angesichts direkter Gewaltandrohung musste er das Land fluchtartig verlassen. Seither lebt er wieder in Frankfurt am Main, wo er sich neben seiner Tätigkeit als Wissenschaftler und Autor auch als Übersetzer und Herausgeber zahlreicher Werke moderner iranischer Autoren und Autorinnen einen Namen gemacht hat, z.B. durch die Anthologien „Das kleine Geschenk“ (1994; ISBN 978-3-930761-01-2), „Ein Bild zum Andenken“ (1997; ISBN 978-3-930761-08-1), „Östliche Brise“ (1998; ISBN 978-3-930761-12-8) und „Mina mit dem blauen Kleid. Moderne Erzählungen iranischer Frauen“ (1999; ISBN 978-3-930761-13-5). Darüber hinaus machte er mit seinen Übersetzungen die Werken der wichtigsten iranischen Romanciers erstmals einer deutschsprachigen Leserschaft zugänglich, wie die Romane „Drama der Trauer“ von Simin Daneshwar (1997; ISBN 978-3-930761-07-4), „Die Rückkehr“ von Ahmad Mahmud (1997; ISBN 978-3-930761-06-7), „Winter ‘83“ von Esmail Fassih (1998; ISBN 978-3-930761-11-1), und Erzählungen von Simin Daneshwar (zuletzt 2012; ISBN 978-3-930761-26-5) unter dem Titel „Frag doch die Zugvögel“ sowie von Moniro Ravanipur „Die Steine des Satans“ (1996; ISBN 978-3-930761-04-3). 1994 gründet er zusammen mit seiner Frau den Glaré Verlag, der sich als Forum für eine Verständigung über kulturelle Grenzen hinweg mit dem Ziel einer friedlichen Zukunft für alle sieht. Mit den beiden Reihen „Der andere Orient“ und „East meets West“ haben sie ein Forum geschaffen, das den modernen Orient präsentiert und zum anderen Autorinnen und Autoren zwischen zwei Kulturen (Orient und Okzident) Raum gibt.

In „Ein Fenster zur Freiheit“ (2000; ISBN 978-3-930761-23-4) zeichnet Allafi die hundertjährige Literaturgeschichte Irans in drei Generationen anhand zahlreicher Beispiele nach und nimmt zugleich Abschied von der modernen iranischen Literatur, die seiner Meinung nach infolge der Repressionen und Einschränkungen der Freiheit der Autorinnen und Autoren nichts Wesentliches mehr zu bieten hat.

Seine eigenen literarischen Arbeiten kreisen um zwei Hauptthemen: Da sind einmal die iranischen Menschen und die Zerrissenheit ihres Landes zwischen Tradition und Moderne, zum anderen geht es um das Leben in Deutschland und jene, die sich mit den hiesigen Verhältnissen kritisch auseinandersetzen.

Sein erster Roman „Es schneit im Zagros-Gebirge“ (1991; ISBN 978-3-388975-036-5), bringt die Nöte der Menschen in Kurdistan nahe. Ein Thema, das er in humorvoller Weise in „Die Nähmaschine“ (1994; ISBN 978-3-930761-00-5) wieder aufgreift. Eine Bühnenfassung wurde unter dem Titel „Unter Strom“ 1996 vom Theaterhaus Frankfurt uraufgeführt. Die Novelle „Verloren“ (1996; ISBN 978-3-930761-02-9), erzählt von einer jungen Kurdin in den Wirren der islamischen Revolution.

Um Iran geht es auch in seinem Roman „Leyla – Auf der Suche nach Freiheit“ (2005; ISBN 978-3-930761-40-1), in dem die abstrakte Leyla (aus der Legende von Leyla und Madschnun) als Metapher für die unerfüllte Liebe steht, aber nicht stehenbleibt. So werden bei Allafi nicht nur unterschiedliche moderne Frauen, die zufälligerweise alle Leyla heißen, vorgestellt, sondern der Autor wagt sich auch an die Zeichnung eines Weges zur Freiheit und freien Liebe in einem gnadenlos unterdrückerischen Umfeld.

Die Skrupellosigkeit der politischen Szene in Iran heute ist das Sujet von „Nalan. Ein Mensch ohne Gnade“ (2009; ISBN 978-3-930761-68-5), zu dem der Autor kurz nach der umstrittenen Wiederwahl Ahmadinedschads selbst formulierte: „Als ich den Nalan niedergeschrieben hatte, sagte ich mir, dass ich bezüglich der Beschreibung von Lug und Trug und der zwischenmenschlichen Intrigen vielleicht doch übertrieben habe. Als ich jedoch die letzten Wahlen in Iran und die Aussagen der so genannten islamischen Eliten des Landes im Hinblick auf ihren Ausgang wie auch die Geschehnisse in den vergangenen Monaten verfolgte, war ich etwas beruhigt, denn sie zeigen, dass ich nicht übertreiben konnte, obwohl ich übertrieben habe…“

Allafis zweiter Lebensabschnitt in Deutschland findet Niederschlag in seiner Gabriela-Trilogie. In „Die Nächte am Main“ (1998; ISBN 978-3-930761-10-4), „Die letzte Nacht mit Gabriela“ (2003; ISBN 978-3-930761-19-7) und „Gabriela findet einen Stapel Papier“ (2012; ISBN 978-3-930761-79-1) irren die „heimatlosen“ Protagonisten Hans, Hassan und Gabriela durch die links-alternative Szene und kämpfen mit den alltäglichen Begebenheiten im kulturellen und sozialen Leben in Deutschland. Klar steht über der intellektuellen Auseinandersetzung mit dem Zeitgeist und den Belangen der Mittelschicht die Suche nach dem Glück des Einzelnen.

In "Der verwirrte Orientale und die schöne Laleh" (2015; ISBN 978-3-930761-89-0) zieht ein in die Welt hinausgeschleuderter Orientale Bilanz. Die Jahre des inneren und äußeren Aufbruchs sind vorbei, aber noch immer brennt in ihm das Verlangen nach einer besseren Welt und die Träume, die er mit seiner großen Liebe Laleh teilte, sind lebendig wie nie. Allafi hat um Laleh und den Orientalen eine Novelle und 36 poetische Statements komponiert.

Trotz seines Lebens und Schaffens in Deutschland lässt die Entwicklung in Iran den Autor nicht los. Zusammen mit seiner Partnerin verfasst er mehrere wissenschaftliche Bücher. In „Iran an der Schwelle zur Demokratie?“ (2003; ISBN 978-3-930761-33-3) charakterisieren beide die verschiedenen politischen Fraktionen Irans und klopfen sie auf ihre Kompatibilität mit demokratischen Strukturen ab. Angesichts der Wiederholung der politischen Auseinandersetzungen im Jahr 2014 schalteten sich beide mit einer Analyse der aktuellen Entwicklungen und Strukturen unter dem Thema „Iran – Islamistischer Wirrwarr kontra Demokratie?“ (2014; ISBN 978-3-930761-86-9) in die Debatte ein. Bereits 1994 verfassten beide Autoren als erhellenden Beitrag zu einer überhitzten medial-politischen Debatte die mittlerweile wieder aktuelle Analyse „Entwicklungspolitik am Pranger – Wie die Völker der 3. Welt zur Asylsuche verdammt werden. Mit dem Beispiel Kurdistan“ (ISBN 978-3-980338-822-9).

 

Verfluchter Flüchtling

Ich danke den Menschen
die mich vor diesen Kreaturen schützen

Du „europäischer“ Rassist
Du „europäischer“ Faschist
Du „europäischer“ Extremist
der du dich mit dem Etikett
besorgte Bürgerin oder
besorgter Bürger
schmückst

Erschieße mich nicht
Es lohnt sich nicht
Ich bin schon erschossen
Siehst du nicht mein Gesicht
das noch blutig ist
Spürst du nicht mein Herz
das längst still steht

Jage mich nicht in die Flucht
Ich bin schon geflüchtet
vor grausamen Wölfen
vor blutrünstigen Vampiren
vor bestialischen Tieren
die mit Menschenmaske
um sich herum schießen

Foltere mich nicht
Richte mich nicht hin
in euren Medien
auf euren Podien
in euren Foren
an euren Schreibtischen
an euren Stammtischen

Ich habe sie schon hinter mir
die skrupellosen Folterer
die erbarmungslosen Henker
Von denen manche
mich sogar begleiten

Ich bin nicht dein Problem
Ich bin nicht die Wurzel deiner Krise
in der du steckst
Deren Lösung bin ich auch nicht
Hetze nicht die Menschen auf mich
verjage mich nicht
verfluche mich nicht
Ich bin das Opfer

Aber ich will nicht jammern wie du
Ich nutze die Gelegenheit
ich schätze die anderen
die mir die Hand reichen
die mich ermuntern

Ich danke diesen Menschen
die mich vor jenen Kreaturen schützen
Ja, ich danke diesen Menschen
Die werde ich
nie
in meinem Leben
vergessen

M.H.Allafi
3.02.2016
 

 

Zum neuen Jahr

Ein Mensch fragte den Menschen
Was willst du machen
Angeblich ist wieder ein Jahr vergangen
und ein neues Jahr wird begangen

Hmm sagte er
Ich will jeden Tag früh aufstehen
abends nicht so spät ins Bett gehen
Rechtzeitig frühstücken
und die anderen Mahle zu mir nehmen
Nicht so viel saufen
und das Rauchen abstellen
Nicht übermäßig essen
und dabei jammern
Stattdessen etwas für die anderen übrig lassen
Auf den Straßen nicht so rasen
beim Fahren weder telefonieren
noch SMS schreiben
Weder die Leute beschimpfen
noch ihnen den Weg abschneiden
Gelassen werde ich sein
nicht nervös werden und
die anderen nicht anbrüllen

Nicht mit Missetaten
die Menschen quälen
Ich werde ich selbst bleiben
Mir alles vergönnen
den anderen nichts missgönnen
Ich werde nicht hässlich sein
und Hass predigen
und wenn es darauf ankommt
nackte Frauen in die Kirche schicken
damit die Medien davon berichten
Oder andere sich in die Luft jagen lassen
so grausam überall Unheil anrichten
In Namen des Herrn die Leute berauben
Unter Berufung auf Allah Hände abhacken
Menschen töten oder töten lassen

Ich werde mir als Arzt
vorschreiben
für die Genesung der Menschen zu wirken
Dabei absolut nicht ans Geld zu denken
Ich lasse nicht zu
dass sie Krankenhäuser privatisieren
mit kranken Menschen Profite maximieren
Ich werde
als Politiker oder Politikerin
die Menschen nicht belügen
Nicht mit Hetzkampagnen
diese Menschen gegen jene anstiften
Und wenn sie auf einander losgehen
davon profitieren
Ich werde
anständig sein
und mich im Interesse
der Menschen hinbewegen
Ich werde niemanden bespitzeln
und die Leute nicht belauschen
damit ihr Leben zerzausen
Ich werde stolz sein auf anständige Menschen
für meine persönlichen Interessen
(lies: Geiz und Gier nach immer noch mehr Geld)
werde ich sie nicht zerbrechen
Ich werde den Frauen und den Kindern
ihre vollen Rechte zusprechen
und sie als vollwertig vor mir sehen
Ich werde nicht versuchen
ein Herr über die Menschen zu sein
sondern nur ein Menschen neben den Menschen

Ich werde mich um meine Kinder kümmern
sie nicht ohne Frühstück aus dem Haus schicken
Anstatt sie mit Fastfood vollzustopfen
ein richtiges Mahl für sie kochen
Anstatt im Internet
unermüdlich in Foren zu labern, dummes Zeug von mir zu geben
werde ich mit ihnen spielen, reden
ihnen sogar ein gutes Buch vorlesen
Anstatt Computerspiele zu spielen
werde ich mich um meine Partnerin kümmern
Anstatt in One-Night-Stands zu versinken
eine Partnerin oder einen Partner suchen
Ich werde zuhause nicht den Macker spielen
und ständig herumbrüllen
und außer Haus meinen Rücken krümmen
anstatt mich gegen Unrecht zu wehren
Ich werde selbstbewusst sein
und meine Sache selbst
in die Hand nehmen
anstatt meine Freundin und meinen Freund
dazu zu zwingen
überall für mich einzuspringen
Ich werde mir mehr zutrauen
meine Ausbildung nicht versauen
Wenn möglich
sogar studieren

Ich werde ruhiger werden
nicht auf den Finanzmärkten unendlich spekulieren
und rund um die Uhr funktionieren
wahnsinnig rationalisieren, Menschen freisetzen
Werde nicht tricksen, durchboxen, mich hetzen
am Ende mein Leben durch ein Burnout zerfetzen
Ich werde mich
wie ein ganz normaler Mensch benehmen
Mich meinen nächsten Lieben annähern
mit Ihnen kuscheln und schmusen
Anstatt mich großkotzig herumzutreiben
werde ich weitgehend menschlich bleiben

Unterwegs werde ich
anstatt mich ins i-Phone zu vertiefen
nach dem Kind schauen, das mich begleitet
Es nicht anbrüllen
weil es mich stört
An der Straßenkreuzung
anstatt auf das Display zu glotzen
die Ampel beachten
Mich nicht von rasenden Autos oder der nahenden Bahn
ins Jenseits schaffen lassen
Ich werde mein Privatleben
wieder herstellen
Nicht jedes Foto von meinem Kind
von mir und den anderen Lieben
in die Netze stellen
Nicht tun als wären die Menschen
wie Hunde und Katzen
als besäßen sie keine Rechte
Selbst den Tieren werde ich nicht zumuten
sich vor der Kamera zu animieren
um mich selbst zu präsentieren
Statt hilflose Tiere zu quälen
werde ich eine Freundin oder einen Freund finden
mit ihr oder mit ihm das Leben genießen
So wird sich auf diesem Wege
die Einsamkeit verpissen

Ich werde in die Natur gehen
und die schöne Welt genießen
Meine Hunde an der Leine halten
darauf achten, dass sie
nicht das ganze Land verkacken
Ich werde freundlich sein
die Leute grüßen
und möglichst dabei lächeln
Ich werde nicht lügen
und mich nie verstellen
Nicht hinter den Freunden und Kollegen
bösartig herziehen
Niemals verbittert sein
oder neidisch auf die anderen
schon gar nicht gemein und hinterhältig
Ich werde das gemeinsame Leben suchen
Mich aus der Einsamkeit zu entfesseln
werde ich auf die anderen zugehen
mich für sie öffnen
Ihre Blockade wird sich als sinnlos entpuppen
Nichts wird mich davon abhalten
wenn es darum geht
die anderen zu achten
Ich werde die erfahrenen Menschen respektieren
gegenüber den Weisen
nicht besserwisserisches Geschwafel von mir geben
Ich möchte auf der Seite des Friedens sein
die Menschlichkeit schätzen
auf den Rassismus pfeifen
Die Kriege verpönen
weder selbst Krieg machen
noch Kriegsmaschinerie an Diktaturen verkaufen
Die Panzer und Bomben abschaffen
überhaupt alle Gerätschaften
womit Menschen Menschen töten
Ich werde nicht mich an die Mafia verkaufen
andere Menschen oder ihr Vermögen
als Beute in ihre Krallen schaffen

Mich nicht hetzen lassen
sondern gemächlich bleiben
und tief ins Leben schauen
Mir bewusst sein,
dass ich nur ein Leben habe
gleich ob die Jahren gehen
und die Jahren kommen
ob mein Leben ein Tag sei oder Tausende von Jahren
oder ein Moment ohne jegliche Zahlen

M.H.Allafi
1.1.2014

 

Das geht mich nichts an
insofern Gott sei Dank

Ist der Millionär, der Milliardär,
ich meine, einer, der viel Geld hat,
glücklich?
Ist bei ihm alles in Ordnung?
Sorglos ist der Kerl?
Hat er eine gute Freundin?
Liebt sie ihn wirklich nicht des Geldes wegen?
Freut er sich über das Mahl,
das er zu sich nimmt?
Wenn er neben seiner Freundin liegt,
denkt er wirklich an sie?
Fühlen sich beide richtig?
Die Liste solcher Fragen
kann lang sein wie das ganze Leben!
Meine Antwort ist knapp:
Ich weiß es nicht!
Ich weiß aber, dass ich
glücklich
bin!!
Ich habe eine kleine Wohnung
zwei Nachbarn über mir
einen Nachbarn unter mir
vier Nachbarn neben mir
alles nette Leute.
So wie ich es jedenfalls empfinde.
Wir grüßen uns im Treppenhaus,
gelegentlich beim Discounter
zufällig im Bus
oder an der Kreuzung,
wenn die Ampel gerade rot zeigt.
Wir halten die Tür füreinander auf
wenn wir gerade vor der Haustür aufeinander treffen.
Meine Freundin liebt mich
ohne an mein Geld zu denken,
wovon ich nicht viel habe.
Sie hat sogar ein bisschen mehr als ich.
Ich denke auch nicht an ihr Geld!
Wenn wir nebeneinander liegen,
fühlen wir uns ganz, spüren die Liebe,
Wärme und Geborgenheit
Arm in Arm
Atmen in Atmen.
Was wir haben, genügt uns völlig,
ein gemeinsames Mahl
eine gemütliche Zweisamkeit
ein nettes Gespräch.
Wir freuen uns über das, was wir haben
dabei denken wir nie
an Dinge
die wir nicht haben können oder wollen
so bleibt uns der Ärger fern.
Wir lassen uns nicht vorschreiben,
was wir „brauchen“
wir entscheiden selbst über unser Leben,
vor allem dessen Inhalt.
Ich denke
wir sind freie Menschen
frei von Sorgen
über große Vermögen
Teilhabe an Firmen
an Banken
und dem Fehlmanagement dort
Missmanagement hier
Betrug der Politiker
der geschmierten Juristen.
Diese Personen interessieren mich nicht
geschweige denn auf sie neidisch zu sein.
Denn ich weiß:
Meine Freundin liebt mich
das Mahl schmeckt mir
das Gläschen Wein auch
wenn schon die Flasche nur 3,99 Euro kostete, nicht 250 Euro.
Ich schlafe tief
jeden Morgen danke ich,
dass ich gesund lebe
jeden Morgen merke ich,
dass diese Leute mich nicht anstecken können.
Sie können mir nicht vorschreiben,
dass ich ein neues Auto kaufen muss
dass ich mich verschulden muss
dass ich reisen muss
dass ich diese oder jene blödsinnigen Dinge kaufen muss,
dass ich mich so oder so verhalten muss,
kurz und knapp
dass ich mich eigenhändig versklaven muss.
Nein, ich bin ein freier Mensch
ich habe ein gesundes Mahl
ein warmes Bett
ein ruhiges Gewissen.
Weder muss ich lügen noch muss ich betrügen
ich bin glücklich.
Ich weiß immer noch nicht
ob der Millionär, der Milliardär,
ich meine, einer, der viel Geld hat,
glücklich ist.
Das geht mich nichts an
insofern Gott sei Dank.

M.H. Allafi
21.12.2008

 

Also hüte dich

 

Ich sitze in meiner Kammer
Schaue auf einen Hammer
Langgelegt neben ihm
liegen vier Nägel
Müde wirken sie auf mich
Nächtelang haben sie nicht geschlafen
Tagelang haben sie ausgeharrt
Jahrelang haben sie überlebt
Sie sind gar nicht krümmer
Haben kein bisschen Rost an sich
glänzen sogar für sich
Die Nägel, der Hammer
und ich
Zwar etwas nachdenklich
schauen wir auf das Bild
das unbekümmert da liegt
So flüstert jeder für sich
Anbringen müsste man das Bild
Der Hammer kann sich nicht bewegen
Die Nägel sind auch lahm gelegt
Doch ich merke
alle flüstern auf mich ein
Einschließlich ich
Das Bild erleuchtet

Es heißt:
Ein frohes Fest
Ein gutes Jahr
Etwas Gerechtigkeit
Viel Menschlichkeit
Krieg macht alles kaputt
Hass verbittert
Neid macht unglücklich
Gier ist unendlich
Also hüte dich

M.H. Allafi

20.12.2007

 

Wer nicht hofft, der hat längst verloren!

Ich hoffe

das nächste Jahr wird ein gutes Jahr

für Erwerbslose

für Wohnungslose

für Brotlose

für Friedenslose

und

ich hoffe

dass sie in etwa zurückbekommen

was sie losgeworden sind.

 

Ich hoffe

das nächste Jahr wird ein gutes Jahr

für Gefühllose

für Verantwortungslose

für Maßlose

für Ruchlose

und

ich hoffe

dass sie in etwa zurückbekommen

was sie losgeworden sind.

 

Ich hoffe

das nächste Jahr wird ein gutes Jahr

für Horizontlose

für Ideenlose

für Mutlose

für Visionslose

und

ich hoffe

dass sie in etwa zurückbekommen

was sie losgeworden sind.

 

Ich hoffe und hoffe und hoffe

unendlich hoffe ich

dass der Mensch endlich frei und verantwortungsbewusst wird

und sich immer vor Augen hält

dass die eigene Freiheit an die Freiheit der anderen grenzt.

 

Ich hoffe all dies

wie bereits gesagt

unendlich hoffe ich

vielleicht wie viele andere

denn

wer nicht hofft, der hat längst verloren!

 

M.H. Allafi

Dezember 2006

 

 

Das Schockierende an der so genannten Grass-Debatte ist aus meiner Sicht, dass man in ihrem Verlauf immer wieder mit den Spuren von Lüge, Neid, Leid und Selbstmitleid, einer medialen Vermarktungsstrategie wie auch der Sinnentleerung der intellektuellen Diskussion, ja, mit der wachsenden der Armut des kritischen Bewusstseins konfrontiert wird. Welche Relevanz hat Grass’ spätes Eingeständnis wirklich? Gleich, ob Sie von dieser Debatte angesteckt sind oder nicht – sofern die heutigen Belange der Menschen im Weltmaßstab für Sie von Bedeutung sind, schauen auf das nachfolgende Gedicht, wenn Sie mögen.

 

M.H.Allafi

Frankfurt/Main

  

Lassen wir neues Gras über Grass wachsen

 

Nehmen wir an Grass wäre Gras

Wozu brauche ich Gras

Wenn ich in der Wüste lebe

Wo die anderen wild grassieren

Wo die Bomben fallen

Wo zerschmettert wird

 

Nehmen wir an  Grass wäre Gras

Wozu brauche ich Gras

Wenn die frische Luft fehlt

Wo das Wasser trüb ist

Wo die müden Bäume nicht rauschen

Wo man die Vögel nicht zwitschern  lässt

 

Nehmen wir an Grass wäre Gras

Wozu brauche ich Gras

Wenn ich stets Angst habe

Wo ein Mensch daneben steht

Wo er sich in die Luft bombt

Wo Blut in Unmengen Gras überschwemmt

 

Nehmen wir an Grass wäre Gras

Wozu brauche ich Gras

Wenn ich keinen festen Boden unter den Füßen habe

Wo ich heute das eine bin, morgens das andere

Wo ich barfuß im Regen stehe

Wo die klirrende Kälte sich unverschämt durch meine Zellen zieht

 

Nehmen wir an Grass wäre Gras

Wozu brauche ich Gras

Wenn der Tsunami wütet

Wo Grass und Gras durcheinander gewirbelt werden

Wo die Arche Noah eine Rettung gewesen wäre

Wo Hilferufe in den Himmel drängen 

 

Nehmen wir an Grass wäre Gras

Wozu brauche ich Gras

Wenn ich  hinschaue

Wo mein Blick auch hin reicht

Wo ich auch hin gehe

Wo ich auch stehe, das Gras ist verwelkt

 

Kommt

Lassen wir neues Gras über Grass wachsen

Uns für eine gute Zukunft

Durch Weltoffenheit wappnen

Denn es könnte zu spät sein

Wenn wir mit Grass oder Gras  

Zu lange Zeit verschnaufen

Die Gefahr besteht wirklich

Dass uns die Ajatollahs irgendwann taufen

 

M.H. Allafi
August 2006

 
Mit freundlichen Grüßen 
aus den Lehmhäusern

Lass uns gemeinsam gehen
Wohin auch immer
Ach Mensch, der Mensch lebt nur ein Mal 
Ein kurzes Mal
Lass uns für Frieden sein
Und zwar überall!
Das Leben hat Höhen und Tiefen
Lass uns auf die Höhe steigen,
genau dort laut schreien 
Das Leben ist kurz, Mensch,
lass dich nicht hetzen von den Gehetzten, 
den Aufgeblasenen, den Irrtümern der Zeit
Die Verlorenen, die alles verlieren lassen,
sie stiften Kriege an
Auf Kosten der Menschen, die sie entmenschen
Sowohl die Tötenden wie die Getöteten, die Überlebenden
Genauso wie Sieger und Besiegte 
Der flüchtige Moment wird dadurch zum grässlichen…
Gleich, ob man in den Krieg zieht oder ihm fernbleibt
Lass uns, Mensch, für Frieden sein
Lass uns zum Menschen werden
Zumindest annähernd 
Ich meine, dem Wesen des Menschen näher kommen!
Lass uns verzichten auf die Dinge,
die wir nicht brauchen
Somit leichtfüßig durch das Leben ziehen
Ich gebe meine ab, wenn sie auch nicht viel wert sind
Gib du auch deine ab, Mensch!
Komm, verabschieden wir uns von dieser Zivilisation,
welche Barbarei auf dem Gewissen hat!
Ich rede nicht von Persern, Römern und Griechen,
auch nicht von Pharaonen,
Ich rede von uns, von unserer Zeit
Auch von diesen sauberen Männern mit Kragen und Manschetten
Von den Damen 
Kostümiert, parfümiert, ganz elegant
Du würdest mich fragen
Sind sie etwa blutrünstig? 
Ich würde antworten:
Keine Ahnung, Mensch! 
Vielleicht sage ich, ach Mensch,
es ist eine schlechte Zeit  
In der für ein paar Barrel Öl Kinder getötet werden
Meine Mutter weint,
deine bestimmt auch!
Sie haben uns verloren
Wir haben sie verloren
Die Diktatur wird mit Gewalt eingesetzt, mit Gewalt vertrieben,
derselben Gewalt durch die gleichen Herren
komisches Spiel, entsetzliche Regeln,
nach denen Leute wie du und ich umkommen! 
Wir werden geschmort, zerfetzt und zerbombt
So viel Energie, das ist mehr als das Öl
Mensch, sie jammern in Nächten wie in die Tage hinein
Sie seien knapp bei Kasse,
ihre Autos führen nicht, wie Züge und Schiffe 
Flugzeuge düsten nicht mehr sowie die Raketen…
Wie schön wäre es, Mensch, wenn das alles stimmte
Komm verzichten wir auf Alles
Damit wir ohne Last und sauber durch das Leben ziehen
Wir werden schneller sein als diese Herren
In meiner Petroleumlampe sind noch ein paar Tropfen Öl 
In meinem alten Kocher finden wir auch welches
Die Nachbarn würden auch welches bringen
Wir gießen es zusammen in einen Kanister,
verpackt und verschnürt schicken wir ihn nach Washington 
Dort ist nämlich die Kälte ausgebrochen, es ist eiskalt
Die Menschen und die Menschheit, allesamt erfrieren 
Unsere Kleider sind zerschlissen 
Sonst hätten wir sie mitgeschickt 
Komm, Mensch, unternehmen wir etwas!
Vielleicht hören sie auf, das kurze Leben noch kürzer zu machen
Ich hab noch ein paar Groschen 
Du hast bestimmt auch welche
Wir sammeln einiges in den Straßen, von den Nachbarn
Hoffentlich haben sie welches
Wir gehen einfach betteln 
Legen wir zusammen und schicken es den Reichen
In ihrem Weißen Haus
Schreiben wir darunter
Mit freundlichen Grüßen aus den Lehmhäusern

M.H. Allafi
März 2003
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Andere über ihn:

"Nalan ist die Verkörperung des Bösen: Schon bei der Geburt genießt er es, seiner Mutter möglichst große Schmerzen zuzufügen, als Baby tyrannisiert er die ganze Familie. Später vergiftet er Brunnen und damit Menschen, zerstört Pflanzen und Natur, stiftet Studenten zu Unruhe und Aufruhr an, er sät Zwietracht und Leid... Am Ende wird er sogar zum Präsidenten des Landes. Allafi ... packt ein ebenso irritierendes wie faszinierendes Thema an ..." (ekz-Informationsdienst)

"Freiheit als Schicksalsfrage: Allafis 'Leyla' distanziert sich als eine moderne, selbstbewusste und junge Frau charakteristisch von diesem Mythos, obwohl sie sich auch in einen zeitgenössischen Madschnun namens Dr. Kaiwan verliebt..." (F. Farsaie in 'Entwicklungspolitik Information Nord-Süd')

"Der iranische Schriftsteller läßt seine Erzählfigur durch Frankfurt irren wie durch ein unbekanntes Labyrinth. Das ist mal komisch, mal rührend und oft auf eine herbe Weise poetisch. Allafis ironischer und sensibler Blick verwischt die Unterschiede zwischen Deutschland und Iran. Beide Länder vermitteln ihm offenbar nicht die einlullende Geborgenheit, die sich bei einer zu vertrauten Umgebung einstellen kann. Und bei dem einsamen Streuner in Frankfurt führt der Blick auf den Main zu der abgeklärten Einsicht, daß der Gegensatz zwischen Orient und Okzident manchmal aufgehoben wird..." (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

"Allafi schildert in seiner Erzählung eine verwirrende Dreieckbeziehung. Die Unterschiede zwischen den Figuren, die aus dem Iran und der Bundesrepublik stammen, verwischen dabei zunächst bis zur Unkenntlichkeit, kommen dann unerwartet wieder zum Vorschein." (Allgemeine Zeitung - Alzeyer Anzeiger)

"Alle Erzählungen verbindet eine Frage: Welche sozialen Konflikte begleiten die Modernisierung im Iran? Jäh aus der wohligen Traditionsverbundenheit gestoßen, gehen dort zahlreiche Familien nach heftigem Streit entzwei, schier unvereinbar erscheinen die Weltbilder der Generationen ..." (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

"Es geht nicht so sehr um die eigentliche Nationalität der Figuren im Stück, sondern vielmehr um ein bestimmtes Bild vom Orient und die Entwicklung der Veränderungen, betont Allafi ... " (Frankfurter Rundschau)

"Was den einzelnen für sein Leben zeichnet - Allafi erzählt es völlig unspektakulär, nahezu tonlos, jedoch bei weitem nicht unbeteiligt und schon gar nicht kalt. Es ist die Distanz eines Kenners, der die Schäbigkeit und das Leid des ärmlichen Daseins aus der Gewöhnung erinnert. Allafis Natur- und Stadtbeschreibungen sind beeindruckend und von Sympathie getragen; überhaupt weiß der Autor mit atmosphärischen Eindrücken umzugehen." (Raimund Wördemann, Deutsche Welle)

"Daß die Welt klein geworden ist, ist nur die halbe Wahrheit, die wir gerne für die ganze halten. Etwas von dem wiederzugeben, was nicht per Knopfdruck zu haben ist, hat sich der Soziologe, der seit 1978 in Deutschland lebt und in deutscher Sprache schreibt, für seinen ersten Roman vorgenommen ..." (FAZ Sonntagszeitung)

"Einem Iran-Bild, das sich aus Sensationsnachrichten und Büchern wie Betty Mahmoodys `Nicht ohne meine Tochter` zusammensetzt, hält er (Allafi) die unspektakuläre, präzise Beschreibung alltäglicher Sorgen und Nöte einfacher Leute aus jener Region entgegen..." (Schwäbisches Tagblatt)


Seine Romane und Erzählungen:

Der verwirrte Orientale und die schöne Laleh.
Eine Novelle und 36 poetische Statements.

Gabriela findet einen Stapel Papier. Roman

Die letzte Nacht mit Gabriela. Roman

Die Nächte am Main. Roman

Leyla - Auf der Suche nach Freiheit

Nalan - Ein Mensch ohne Gnade

Verloren. Erzählung

Die Nähmaschine. Erzählung

Es schneit im Zagros-Gebirge. Roman

Sachbücher:

Iran - Islamistischer Wirrwarr kontra Demokratie?

Iran an der Schwelle zur Demokratie? Die erste Islamische Republik in den Konturen der neuen Weltordnung

Ein Fenster zur Freiheit. 100 Jahre moderne iranische Literatur - 3 Autorengenerationen

Islam, Gesellschaft und europäische Moderne. Chancen und Hindernisse für Demokratie und Zivilgesellschaft


M.H. Allafi
Der verwirrte Orientale
und die schöne Laleh
Eine andere Party

Der andere Orient 34
220 Seiten. 17,90 Euro
ISBN 978-3-930761-89-0

Ein in die Welt hinausgeschleuderter Orientale zieht Bilanz. Die Jahre des inneren und äußeren Aufbruchs sind vorbei, aber noch immer brennt in ihm das Verlangen nach einer besseren Welt. Die Träume, die er mit seiner großen Liebe Laleh teilte, sind lebendig wie nie. Was immer in seiner Umgebung geschieht - Laleh macht die Wirklichkeit für ihn erträglich.

Eine Novelle und 36 poetische Statements.

Eines Tages fragte sie mich, warum nennst du mich Laleh, ich heiße doch nicht Laleh. Doch, sagte ich, du heißt für mich nicht nur Laleh, sondern du bist die echte Laleh.
Laleh heißt Tulpe. Ich liebe Tulpen. Sie verkünden den Frühling. Sie sind das Symbol des Erwachens, des Gedeihens, der Freiheit.

Sie sind so schön, bunt, herrlich. Und du bist meine Laleh. Ich weiß, wie du heißt, wie man dich genannt hat, wie dein bürgerlicher Name lautet. Aber darum geht es nicht, ja es geht nicht um bloße Namen. Du bist meine Laleh, eine Laleh nicht nur für eine Jahreszeit, sondern für mein ganzes Leben.

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M.H. Allafi

Gabriela findet einen Stapel Papier
Roman in 15 Kapiteln und 8 Stapeln

East meets West 11
340 Seiten. 15,90 Euro
ISBN 978-3-930761-79-1

 

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Ständig ist die Rede davon, dass die Menschen heute vor Bergen von Problemen stehen, und doch haben sie zugleich so viele Möglichkeiten wie nie zuvor. Was ist los in der Welt und wie steht es um unseren Geist?

Entgegen dem herrschenden Zeitgeist werfen Hans und Hassan Fragen auf.
Entgegen dem resignierten Schweigen der vielen prangern sie die Verantwortlichen an.
Entgegen dem bequemen Ausweichen auf populäre Nebenschauplätze bringen sie die Dinge auf den Punkt.

Wie steht es um die hilflose Masse, Konsumenten genannt, die mit ihrem sinnlosen Konsumgebahren der Umweltzerstörung Vorschub leisten?
Wie steht es um das viel beklagte Desinteresse junger Menschen am Wohl der Gemeinschaft? Sind sie nicht vielmehr hilflos und mit Haut und Haaren den bestehenden Verhältnissen ausgeliefert?

Wer dafür verantwortlich ist, dass die Welt sich in ihrem jetzigen Zustand befindet, ist die Frage, welche die Protagonisten Hans, Hassan und Gabriela in den Raum werfen. Und um eine Antwort darauf zu erschließen, wird nichts und niemand außer Acht gelassen. Von Frankfurt nach Paris, von Rom bis Barcelona führt uns der Autor und zeigt, wie es um das ferngelenkte Leben der Menschen bestellt ist. Schonungslos und ungeschmückt werden Fragen gestellt, an die Menschen, an die Eliten, selbst an Gott, denn es geht um das Schicksal aller und der Welt als Ganzes. Die Menschen müssen wachgerüttelt werden, um sich souverän und unabhängig von den Dingen zu begreifen. Das sehen auch Gabriela und ihre Freundin Angela so und machen sich ein äußerst ambitioniertes Unterfangen zur Aufgabe ...


"...sieht der Autor die Menschen eingeklemmt zwischen einer öffentlich propagierten Moral, ihrer Armut und ihrem Konsumanspruch..." (Frankfurter Rundschau)

"In diesem Roman begegnen die LeserInnen vielen sehr unterschiedlichen und interessanten Persönlichkeiten." (Listen)

M.H. Allafi

Die letzte Nacht mit Gabriela

East meets West 5
304 Seiten, gebundene Ausgabe
21,50 Euro

ISBN 978-3-930761-19-7

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Der Journalist Hans ist aus der Beziehung zu der Lehrerin Gabriela ausgebrochen und versucht nun, dem Sinn des Lebens in der islamischen Mystik auf die Spur zu kommen. Während er sich nach innen wendet, schlägt Gabriela sich nun allein durch das Großstadtleben. Ruhelos und immer auf Achse schließt sie sich der Single-Gemeinschaft an, in der jede und jeder auf seine Weise den Sprung in ein neues Leben sucht.
Nach einer gescheiterten Beziehung zu der Mystikerin Victoria, die Deutschland auf der Suche nach der Vollkommenheit verläßt, besucht Hans zusammen mit seiner neuen Partnerin Mariam deren Heimatland Iran. Noch immer fasziniert von der Geisteswelt der Mystiker glaubt er auf den Spuren der Sufis zu wandeln. Doch die Reise endet für ihn mit einer herben Enttäuschung und für Mariam mit einer familiären Katastrophe.
Die in gebrochenem Englisch mühsam formulierten Sätze eines seiner Gastgeber in Iran klingen seit seiner überstürzten Flucht immer wieder in Hans‘ Ohren: „You have seen that Iran is not good.
You have not had a good time in Iran, did you? You have not spent good holidays in Iran, you have not visited the good people from Iran, there is nobody. I am sorry, but this is the truth. The Iranian people have had a grand culture, one of the old civilisations of the universe arose here on this damned ground. And what have we now? Nothing and nothing!"
Schließlich steht Hans noch einmal vor Gabrielas Wohnungstür. Im Laufe einer langen Nacht, so lang wie ein Leben, erzählt Hans von seiner Suche nach gelassenen, lebensfrohen Menschen in anderen Teilen der Erde, die trotz all seiner Bemühungen erfolglos blieb. "Wo ich war, sah ich Menschen, die genauso wie hier bis zum Hals im Sumpf der Realität, von mir aus des realen Lebens, ja, in ihrem realen Sumpf steckten", berichtet er voller Resignation."


East meets West 2
240 Seiten, Engl. Broschur15,25 Euro
ISBN 978-3-930761-10-4
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Hassan ist Hans, Hans ist Hassan, und beide lieben Gabriela. Es beginnt wie eine ganz normale Dreiecksgeschichte. Hassan sucht in Gabriela seine Freiheit, und sie erlebt in der Beziehung zu Hassan noch einmal eine verloren geglaubte Romantik. Als Gabriela ihn zum Abendessen nach Hause einlädt, stellt sich heraus, dass Hassan und Hans sich durch einen Zwischenfall auf dem Frankfurter Arbeitsamt bereits begegnet sind. Das ist der Anfang eines Lebens voller Fragen für Hans. Er, der Journalist, Hassan, zunächst Student, und Gabriela, die Lehrerin, führen eine aufregende Diskussion über die Geistlosigkeit der Zeit. Alle drei suchen einen Sinn in einem anderen Leben, das sich von dem allgemeinen unterscheidet. Doch als sie mit Hassan den Jahrestag seines achtzehnjährigen Aufenthalts in Deutschland feiern wollen, kommt es zum Eklat.

"Der iranische Schriftsteller läßt seine Erzählfigur durch Frankfurt irren wie durch ein unbekanntes Labyrinth. Das ist mal komisch, mal rührend und oft auf eine herbe Weise poetisch. Allafis ironischer und sensibler Blick verwischt die Unterschiede zwischen Deutschland und Iran. Beide Länder vermitteln ihm offenbar nicht die einlullende Geborgenheit, die sich bei einer zu vertrauten Umgebung einstellen kann. Und bei dem einsamen Streuner in Frankfurt führt der Blick auf den Main zu der abgeklärten Einsicht, daß der Gegensatz zwischen Orient und Okzident manchmal aufgehoben wird..." (Frankfurter Allgemeine Zeitung)


M.H. Allafi

Nalan
Ein Mensch ohne Gnade

Roman. Der andere Orient 28

162 Seiten. 14,90 Euro
ISBN 978-3-930761-68-5

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"Allafi ... packt ein ebenso irritierendes wie faszinierendes Thema an." (ekz-Informationsdienst)

Nalan ist ein Mensch mit vielen Gesichtern, und er ist zugleich das Symbol vieler Menschen mit jeweils eigenem Gesicht. Er hält den Menschen den Spiegel vor und ist zugleich selbst die Widerspieglung menschlicher Untaten. Gnadenlos reißt Nalan den Menschen alle Masken ab und entblößt so den Menschen. Und dieser Mensch ist nichts anderes als er selbst.
Bereits das Eintreten Nalans in diese Welt verläuft extrem ungewöhnlich. Niemand weiß so recht, wer dieser Nalan eigentlich ist, außer seiner Mutter, der schweigenden Zeugin seiner Taten. Nalans Geschichte ist zeit- und raumlos, denn Nalan liegt überall und jederzeit auf der Lauer, und er vermag es stets wieder aufs Neue, die um ihn gescharten Menschen zu begeistern.


M.H. Allafi

Leyla
Auf der Suche nach Freiheit

Der andere Orient 21
357 Seiten. 18,00 Euro
ISBN 978-3-930761-40-1

Jetzt auch bei amazon als E-Book:

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Die selbstbewusste Iranerin Leyla will nichts mehr mit der legendären orientalischen Leyla und ihrer unerfüllten Liebe zu tun haben. Sie will sie selbst sein, nicht mehr und nicht weniger. Die Freiheit, die ihr dazu fehlt, nimmt sich die junge Frau einfach. Sie verliebt sich in Kaiwan, den aufgeschlossenen Arzt mit Herz und Verstand. Er erwidert ihre Liebe aus ganzem Herzen. Doch ausgerechnet als die beiden entgegen jeder Konvention und ungeachtet der Zeigefinger der islamischen Moralprediger eine wunderbare Nacht miteinander verbracht haben, erhält Kaiwan einen schicksalsschweren Anruf. Er muss Teheran sofort verlassen. Als er zurückkommt, ist keine Spur mehr von Leyla zu finden. Schließlich meldet sie sich eines Tages doch wieder, aber sie ist völlig niedergeschlagen und wie ausgewechselt. Verzweifelt bittet sie ihn, ihre Jungfräulichkeit wieder herzustellen, denn sie wird von ihren Eltern zu einer ungewollten Heirat gezwungen.

Kaiwan kann das alles nicht fassen, aber Leyla verspricht ihm, sich eines Tages an diesen Männern zu rächen. So bleibt er zwischen seiner Liebe zu ihr und seiner Hilflosigkeit hin und her gerissen. Leyla aber scheint ihm für immer verloren und er versinkt in eine tiefe Trauer um seine verlorene Liebe. Bis ihm eines Tages einleuchtet, dass er von lauter Leylas umgeben ist. Es sind die modernen Leylas, die sich wie seine geliebte Leyla nicht mehr unterdrücken lassen, sondern die wie freie Menschen ihr Leben in die eigene Hand nehmen. Die Freiheit für die Leylas wird zur Schicksalsfrage für ihn und seine Freunde.

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M.H. Allafi

Verloren
Erzählung

Der andere Orient 4

131 Seiten, gebundene Ausgabe
13,70 Euro. ISBN 978-3-930761-02-9

Die junge Kurdin Nassrin flieht Anfang der 80er Jahre vor politischer Verfolgung in das revolutionäre Teheran. Nur halbherzig integriert sie sich in die extrem patriarchalischen Verhältnisse, die sie dort vorfindet.

"Was in den Augenblickssensationen von Krieg, Terror und Morddrohungen untergeht... - diese von den Medien freigelassene Leerstelle füllt Allafi aus." (Frankfurter Rundschau)


M.H. Allafi

Die Nähmaschine
Erzählung

Der andere Orient 1

80 Seiten, 6,10 Euro
ISBN 978-3-930761-00-5

Schneidermeister Rahman aus der kurdischen Stadt Kermaschan ist stolz, dass die technischen Errungenschaften auch in seiner Werkstatt Einzug gehalten haben. Doch ihre Tücken werden ihm zum Verhängnis. Die Erzählung gibt Einblick in das gewandelte Leben der Menschen in Iran und das spannungsvolle Wechselspiel zwischen Tradition und Moderne.

"In einer schäbigen Schneiderwerkstatt... bündelt Allafi seine Eindrücke vom technischen Fortschritt ..." (Frankfurter Allgemeine)


Auch von M.H. Allafi:

Es schneit im Zagros-Gebirge
Ein Leben in Kurdistan. Roman
166 Seiten, 10,00 Euro

Inhalt:
In den 1950-er Jahren hat der technische Fortschritt auch in Iran Einzug gehalten. Trotz des gesellschaftlichen Umbruchs hat der reiche Großgrundbesitzer seine Macht noch nicht vollständig verloren. Erbarmungslos treibt er die hohe Pacht für seine Felder ein. Ein langer, strenger Winter bedeutet da für die Menschen im Städtchen Kerend eine Katastrophe. Als die Vorräte zur Neige gehen und der Hunger ins Haus steht, brechen Ali und seine Freunde auf, um im Gebirge Holzkohle zu gewinnen. Doch sie haben nicht mit dem großen Schnee gerechnet. Das Ereignis lässt Alis Sohn Akbar sein Leben lang nicht mehr los.

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Die Geschichte der modernen iranischen Literatur

M.H. Allafi

Ein Fenster zur Freiheit
100 Jahre moderne iranische Literatur -
drei Autorengenerationen

Der andere Orient 13
236 Seiten, 24,60 Euro
ISBN 978-3-930761-23-4

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"Eine Ära geht zu Ende, es ist die Ära der alten Café-Erzähler, die von Teehaus zu Teehaus über das ganze Land die traditionellen Erzählungen wie jene aus tausendundeiner Nacht, die historischen Legenden wie die Geschichte von Hossein dem Kurden, Ssamad dem Klugen, die epischen Gesänge ... es ist die Ära der Großmütter, die von Generation zu Generation den Kindern mit spannenden Märchen und Fabeln traditionelle Weisheiten vermittelten, und es ist schließlich auch die Ära der gemütlichen Winterabende, an denen man einander Besuche abstattete, beisammen saß und der Erzähler mit der Autorität seines Alters den um den wärmenden Ofen Versammelten auswendig Geschichten und Legenden vortrug ..."
Die moderne iranische Literatur ist mit der Geschichte der politischen Kämpfe für Freiheit und Menschenrechte verflochten und zugleich ist sie ein Versuch, die europäische moderne Literatur zu übernehmen. Modernisierung der Prosa und Poesie, die Entstehung des Dramas und der Romane sind wichtige Bestanteile dieses Unterfangens.

Der Autor schildert die hundertjährige Literaturgeschichte in drei Generationen anhand anschaulicher Beispiele. Aus kritischer Perspektive beschreibt er einen langen Weg mit seinen Höhen und Tiefen. So verschafft der Band nicht nur speziell Interessierten einen tiefen Einblick in die moderne iranische Literatur bis heute, sondern er ist auch für Leserinnen und Leser, die sich zum ersten Mal sich mit dem Thema befassen, gut verständlich und nachvollziehbar. Darüber hinaus ist er ein fundiertes Handbuch für Journalisten, Kulturschaffende, Verlage und Stiftungen, die sich mit der iranischen Literatur, ihren Autorinnen und Autoren vertraut machen möchten.

Drei Autorengenerationen haben die iranische Literatur der letzten 100 Jahre geprägt. Den Repressionen eines autoritären Staates zum Trotz, der viele von ihnen jahrelang hinter Gitter brachte oder zur Emigration zwang, zeugen ihre Arbeiten von einem Streben nach individueller Freiheit und Emanzipation, das nicht zu brechen ist. Besonders die jüngere Autorinnengeneration erhebt Ansprüche auf ein Leben ohne Leiden und Zwang.

Der Autor, der jahrelange Erfahrung mit der Vermittlung iranischer Literatur hat, gibt einen Überblick über die aktuelle iranische Literatur und die der vergangenen 100 Jahre, die über die höfische Dichtung hinausgewachsen das Streben nach Freiheit ausdrückt und so ein Spiegel der Verhältnisse ihrer Zeit ist. M.H. Allafi lädt ein, die wichtigsten iranischen Autorinnen und Autoren der Gegenwart kennen zu lernen, deren Leben und Werk er vor dem Hintergrund der sozialen Umwälzungen und der gesellschaftlichen Auseinandersetzungen anschaulich macht.

Mit Textauszügen von:                                                                        
Sadeq Hedayat, Ahmad Schamlu, Simin Daneshwar,
Ahmad Mahmud, Huschang Golschiri, Reza Joulai,
Esmail Fassih,  M.R. Shafi Kadkani und anderen

Übersetzt von:
Sabine Allafi, Claudia Stodte, Mohammad Jalali, Parviz Sadighi
und M.H. Allafi


M. und S. Allafi
Iran - Islamistischer Wirrwarr
kontra Demokratie?

Sachbuch

Der andere Orient 31
182 Seiten. 24,90 Euro
ISBN 978-3-930761-86-9

Was ist los in Iran? Ein neuer Präsident an der Macht, die Wirtschaft weiterhin am Boden, die Menschen nach wie vor unzufrieden, die Atomverhandlungen stehen angeblich vor einem Durchbruch und beginnen doch wieder von vorn...

Wer hat eigentlich die Macht in dem Land, wer zieht im Hintergrund die Fäden? Ist die Wirtschaftsmafia wirklich so stark? Wer hat Interesse an einer Destabilisierung der Region, welche Rolle spielen die Pasdaran?

Die Autoren bringen Licht in den Nebel, der sich über die Verhältnisse in der Islamischen Republik Iran gelegt hat, indem sie die aktuellen Verhältnisse in der iranischen Wirtschaft und Gesellschaft sachlich fundiert beleuchten und die wichtigsten Fraktionen der heutigen Islamisten wie auch deren Freiheitskonzepte vorstellen - als Grundlage für die Beantwortung der Frage, ob der theokratische Staat überhaupt mit der Demokratie kompatibel ist.

Das Bild eines Landes am Scheideweg wird abgerundet durch eine systematische Darstellung des Ablaufs der Atomverhandlungen und der internationalen Sanktionen.

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Iran an der Schwelle zur Demokratie?
Die erste islamische Republik
in den Konturen der neuen Weltordnung

Der andere Orient 18
140 Seiten, 18,00 Euro
ISBN 978-3-930761-33-3

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"Das Buch vermittelt einen Einblick in die gesellschaftlichen Veränderungen der letzten Jahre und stellt die Ziele und Positionen der verschiedenen gesellschaftlichen und politischen Gruppierungen dar."
(Zeitschrift für Politikwissenschaft)
"Wäre das nicht ein Leitfaden für eine echte Politik des kritischen Dialogs?" (ND)

Schon vor dem Irakkrieg ist die Weltöffentlichkeit auf die Demokratisierung des Nahen und Mittleren Ostens aufmerksam geworden. Nach der Besetzung des Irak durch amerikanische und britische Truppen und dem Sturz eines der brutalsten Regimes unserer Zeit steht nun ernsthaft die Frage nach der Art und Weise der Demokratisierung in der Region im Vordergrund. Iran als bevölkerungsreichstes Land und zugleich als Geburtsort der ersten islamischen Republik spielt dabei eine herausragende Rolle. Immer wieder haben die Menschen hier gezeigt, dass sie eine freiheitliche Gesellschaftsordnung anstreben. Diesen Willen haben sie in der Geschichte ihres Landes in den vergangenen hundert Jahren zum Ausdruck gebracht - durch die Reformbewegung, deren Erfolg ihnen kurzzeitig eine parlamentarische Demokratie bescherte, durch die Revolution gegen eine Diktatur und in neuerer Zeit durch eine für die Region beispielhafte Bereitschaft zur Akzeptanz demokratischer Spielregeln wie zum Aufbau einer Zivilgesellschaft. Aus ihrem Kampf für Freiheit und einmenschenwürdiges Leben hat heute die Mehrheit der Oppositionellen (und auch die meisten der Islamisten ihre Lehren gezogen.
In ihrem Essay unternehmen M. und S. Allafi den Versuch, die Reife Irans für den Aufbau einer beispielhaften Demokratie in der Region zu beleuchten. Obwohl die Regierung sich nach außen als Hüter eines fundamentalistischen Gottesstaates präsentiert, sind die Menschen in Iran mittlerweile nicht nur ein hohes Bildungsniveau und einen modernen Lebensstandard gewöhnt, sondern sie sind auch routiniert in der Anwendung der parlamentarischen Demokratie und in der Entwicklung einer produktiven Streitkultur erfahren. Dazu hat auch der Kampf für die Frauenrechte beigetragen. Darüber hinaus ist der Einfluss des Landes auf die Nachbarstaaten Irak, Afghanistan, Türkei und Pakistan wie auch die neuen Republiken Zentralasiens nicht zu unterschätzen.


M.H. Allafi

Der andere Orient 15
300 Seiten. 27,00 Euro
ISBN 978-3-930761-27-2

Jetzt auch bei amazon als E-Book:

Freiheit, Menschenrechte und Demokratie sind nicht mehr bloße Schlagworte. Sie sind heute aktueller denn je, sie sind konkreter geworden und nicht mehr länger das Monopol einer Nation oder Region, sondern weltweit und hautnah für immer mehr Menschen erfahrbar. Auch die Menschen in den so genannten islamischen Ländern bilden hier keine Ausnahme. "Daher ist die Rede von einem einheitlichen, für die eine Welt bedrohlichen und für die andere Welt Heil bringenden Islam nicht einmal eine Legende." M.H. Allafi zeigt, wie vielfältig der Islam ist und dass die islamischen Länder keine geschlossene Einheit bilden, wie die Islamisten und ihre Gegner sie propagieren.

"Der Autor untersucht die den Islam prägenden Auseinandersetzungen zwischen modernistischen und konservativen Kräften aus historischer Perspektive." (Zeitschrift für Politikwissenschaft)

 

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© Glaré Verlag
Zuletzt geändert: 03/02/16

 


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